[Aus dem Alltag] Der Urlaub hallt nach…

Das Wochenende war viel zu kurz. Zwar hatten wir als Paar eine kleine Auszeit, weil der Kurze spontan von Samstag auf Sonntag bei Oma übernachtet hat, aber trotzdem kommen die kleinen Dinge viel zu kurz. Einfach mal nach dem Aufstehen gemütlich beisammen sitzen und Kaffee trinken, reden, genießen. Oder aber einfach mal im Bett frühstücken. Diese kleinen Freuden vermisse ich schon ein bisschen, seit wir den Kleinen haben, denn sie geben so viel Nähe. Dafür schafft man sich neue kleine Momente.

Dafür haben wir es geschafft, mal wieder einen Film anzuschauen. Auf dem Programm stand „Mannequin“. Ein uralter Schinken, den ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, von dem ich aber a) schon vieles gehört habe und b) dessen Soundtrack ich im Radio immer lauter drehe. Kitsch trifft Klamauk, aber irgendwie Kult. Wir haben den Film genossen und die Zeit für uns generell. Der Abend endete auch sehr spät erst, sodass wir noch halb verschlafen bei der Oma tagsdrauf aufwarteten, um den Kleinen wieder abzuholen. Aber wenn dann dieser freudig grinsende Dreijährige auf dich zugelaufen kommt, mit offenen Armen und diesem Strahlen im Gesicht, dann verfliegt die Müdigkeit einfach mal eben so. Schön war es bei der Oma meinte er und dass er unbedingt bald wieder auswärts nächtigen möchte. Das freut uns natürlich, zeigt aber einmal mehr, dass er Stück für Stück eben in kleinen Schritten flügge wird.

Ganz stolz musste er uns auch sein „Konstrukt“ zeigen. Die Oma hat im Garten eine Vogeltränke. Jetzt im Herbst/Winter ist dort kein Wasser mehr drin, sodass der Kurze diese für seine Zwecke umfunktioniert hat. In kindlicher Manier hat er Materialien aus dem Garten zusammengetragen und sehr phantasiereich eine Unterwasserwelt gebastelt. Den ganzen Vormittag hat er also einen Strand angelegt, mit Korallen, Seesternen und Seeigeln, einem Mantarochen, einem U-Boot und einem Tintenfisch.

Aber auch zu Hause hallt der Urlaub nach. Mit seinen Bauklötzen baut er Strand, Palmen, die Minidisco oder auch den Pool nach. Es ist faszinierend und schön. Und Boote überhaupt sind das meist bespielte Spielzeug derzeit überhaupt. Diese haben dann aber ein Leck und gehen unter und naja, Hauptsache, der Kurze hat Spaß 😀

In diesem Sinne: Könnt ihr alles auf dem Bild benennen? 😛

 

 

 

[Aus dem Alltag] Von Kollegen, einem neuen Router und Pupsgeruch

Manchmal gehen einem ja die dollsten Sachen durch den Kopf. So mir gestern, als ich von einem stressigen beschissenen Arbeitstag, völlig überreizt in der halbleeren S-Bahn saß. Ich freute mich auf zu Hause, machte es mir an einem Fensterplatz gemütlich und ignorierte angewidert den Pupsgeruch, der sich breit machte. Mir gegenüber nahm eine Blondine platz, sehr schick gekleidet, ich schätze sie auf Ende 40. Ihre elegante Handtasche parkte sie auf dem Schoß. Wir lächelten uns stumm an und ich beschäftigte mich mit meinem Handy. 5 Stationen weiter wurde sie unruhig. Sie tauschte ihre teuer wirkende Sonnenbrille gegen ein hässliches Kassenmodell, legte ihre überladene Perlenkette ab, streifte ihre Ringe ab, entfernte ihre Ohrringe und verstaute alles in einem glitzernden goldenen Etui in ihrer Handtasche. Dann atmete sie tief durch und erhob sich Richtung Tür. Die Geschichte dahinter hätte mich durchaus interessiert.

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Unser Kurzer befindet sich derzeit in einer interessanten Phase. Mit seinen 3 Jahren ist er sprachlich gesehen schon sehr weit und ist bisweilen auch sehr mitteilungsbedürftig. Dass man aber als Mutter nach einem wie schon erwähnt beschissenen stressigen Arbeitstag nicht wirklich hören möchte „Mama, ich hab dich heute gar nicht vermisst“, muss er noch lernen. Genauso wie er noch lernen muss, seinem Gegenüber auch mal zuzuhören und nicht nur seine Forderungen zu stellen. Dass er für Blödsinn auch gerade stehen muss und man sich nicht versteckt oder gar wegläuft. Das ist nämlich auch gerade die gängige Praxis. Der Kindergärtnerin ist das auch schon aufgefallen und sprach es beim Abholen an. Joar. Ich denke, wir müssen Geduld haben. Im Laufe der Woche trat ja nach diversen Gesprächen im heimischen Wohnzimmer Besserung ein. Die Kindergärtnerin zeigte sich begeistert und war wohl froh, dass wir zu der Sorte Eltern gehörten, die durchaus positiv auf Kritik reagierten und auch etwas unternehmen.

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Worüber ich mich die Woche sehr gefreut habe, war, dass es endlich Nachschub in Sachen PokemonGo gab. Nach Erreichen des Level 40 und vollständigen Pokedexen gab es ja nun nicht wirklich etwas zu tun, wenn man mal davon absieht, jeden Tag seinen virtuellen Freunden Geschenke zu schicken um die Freundeslevel zu erhöhen, was gewisse spielerische Vorzüge bietet. Dass nun endlich Gen4 da ist, zwar nur zum Teil, aber immerhin, hat mich sehr gefreut. Und ja, diesmal finde ich sie sogar optisch recht ansprechend.

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Mein Arbeitskollege schafft mich. Nachdem ich beruflich in den letzten 2 Jahren einiges erlebt habe und oft die Abteilung gewechselt habe (einmal, weil mein Chef in Rente gegangen ist, das zweite Mal, weil die Chemie nicht stimmte und das dritte Mal aus Gründen), fühle ich mich jetzt zwar angekommen, aber der neue Kollege mag Essen! Zugegeben, ich mag Essen auch, vorallem wenn es gut ist, aber ich fühle mich schon arg schlecht, wenn wir in einer Woche zweimal bestellen. Zum Glück sind wir beide Fan von asiatischem Essen und kein Fan von Pizza oder Nudeln. Kulinarisch gesehen kann ich mich also so gar nicht beschweren, mein Geldbeutel allerdings beschwert sich lautstark. Und der Bauch wird schön voll und das Mittagskoma fällt entsprechend lang aus. Heute also indisch. Yummy 🙂

Kleines Highlight: Eine Kollegin hat heute aus Gründen Donuts mitgebracht. Die gehen direkt auf die Hüfte, dachte sich mein Hirn, die solltest du lieber nicht essen Madame. Nachdem ich mehrere Runden um die kleinen runden Teile gekreist bin, gab ich dann meinem sabbernden Ich nach. Und ja, die waren verdammt lecker!

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Und weil wir gerade bei Kollegen sind:

Ich habe eine Kollegin, mit der ich immer morgens zur Arbeit fahre. Man trifft sich in der S-Bahn. Diese Kollegin ist ein bisweilen recht hektischer Mensch, liebenswert und angenehm, aber eben auch sehr hektisch. Ich dagegen bin ich ein gemütlicher Mensch, der, wenn es um öffentliche Verkehrsmittel geht, nur ein Credo hat: Ich renne ihnen nicht hinterher! In der Großstadt kann man sich diese Arroganz durchaus erlauben, kommt doch die U-Bahn alle 5 Minuten. Und auch sonst warte ich lieber 10 Minuten auf den nächsten Bus, als dass ich mich abhetze oder gar verschwitzt dann zu Terminen erscheine. Diese Einstellung kann ich mir aber auch nur erlauben, weil ich auch zu der Sorte Menschen gehöre, die lieber zu früh, als zu spät kommt. Daher fahre ich immer eine S-Bahn früher, um eventuellen Stau oder Verspätungen gut kaschieren zu können. Das klappt nicht immer gewiss. Und genau diese Woche will es der Zufall, dass ich meine reguläre Bahn verpasse und dementsprechend zum Anschlussbus flitzen muss. Mit besagter Kollegin. Okay, wegen besagter Kollegin. Man will sich ja nicht die Blöße geben. Noch nicht jedenfalls.

Apropos Arbeit, seitdem meine Lieblingskollegin, mit der man sich gerne auf ein Tässchen Kaffee traf, die Firma gewechselt hat, ist es teilweise recht fad. Es gibt zwar andere Kolleginnen, die recht nett sind, aber die Lücke zu füllen wird schwer. Zumal hinzukommt, dass ich mich mit neuen Kollegen recht schwer tue. Ich habe eine lange Aufwärmphase und bin ein eher wenig kontaktfreudiger Mensch. Auch an Veränderungen habe ich oftmals schwer zu knabbern. Ich wünschte, hier könnte ich offener durch die Welt gehen.

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Dafür kann ich gut telefonieren! Am Montag hat unser Router die Biege gemacht. Nun, da das Ding 6 Jahre ist und auch schon gar nicht mehr hergestellt wird, sei ihm die Geistaufgabe zugestanden. Blöd nur, wenn Mitte des Monats so gar keine Finanziellen Mittel übrig sind, weil man aktuell halt ein bisschen haushalten muss. Ganz blöd ist es dann, wenn der Telefonanbieter nach Ablauf der Garantie die defekten Geräte nicht zurücknimmt und auch keinen Ersatz stellt. Mist. Der Gatte und ich haben uns also schon im örtlichen Markt unseres Vertrauens gesehen, wie wir Freizeitopfernd nach Ersatz suchen. Aber ohne mich. Ich habe mich um 5 Uhr morgens an Telefon gehängt und die Hotline angerufen. Da der Vertrag aus 2012 schon ein bisschen überholt ist, habe ich dem Typie am Telefon eine Vertragsänderung (gleicher Vertrag, gleiche Konditionen, nur neuer Name) aus den Rippen geleiert mit neuem kostenlosen Router. Lieferung war gestern. Unkompliziert, schnell und kostengünstig. So gefällt mir das.

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Bei den vielen kulinarischen Highlights diese Woche ist in mir der Entschluss gereift, dass ich den Göttergatten mal wieder zum Essen einladen möchte. So ganz ohne dreijährigen Anhang und ohne an der Leine ziehendes, unter dem Tisch bettelndes Fellknäul. Nur wir beide. So richtig aber, mit schick anziehen, Make-up und Wein! Das Vorhaben kann zwar wahrscheinlich erst nächsten Monat umgesetzt werden, weil unter der Woche einfach auf Grund der Arbeits- und Schlafenszeiten sowas gar nicht drin ist und die Wochenenden schon anders verplant sind, aber das schürt die Vorfreude nur um so mehr. Hihi. Müssen wir uns also nur noch einig sein, welche kulinarischen Künste wir uns schmecken lassen wollen.

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Ganz unspektakulär möchte ich dann noch erwähnen, dass meine biologische Uhr wieder tickt. Nach dem Kurzen wäre ein Geschwisterchen schon schön. Da sich bisher aber kein weiterer Nachwuchs einstellen mochte, habe ich nun angefangen, eine Temperaturkurve zu führen. Eigentlich schon den dritten Zyklus jetzt. Ich bin neugierig, ob ich denn überhaupt einen Eisprung habe. Wahrscheinlich bin ich einfach nur gaga, aber ich möchte dem Gynäkologen zum Kontrolltermin irgendwie etwas vorweisen. Blöd nur, wenn man den ersten Zyklus nur so halb misst, ganz blöd dann ist, dass man im Urlaub gar nicht misst. Jetzt befinde ich mich an Zyklustag 7 und schaue mal, was der Monat so bringt. Bisher komme ich mit dem Messen gut zurecht. Morgens direkt nach dem Aufwachen Temperatur messen ist ja auch eine Doktorarbeit. Zur selben Zeit zu messen ist ein klacks, auch am Wochenende. Gibt ja Wecker und dann kann man noch ein bisschen weiterdösen. Und Kurven auswerten und führen kann man bequem per App oder online. Es bleibt spannend.

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[Aus dem Kindergarten] Erster Elternabend – Schnaps bitte!

Das Thema Kindergarten zehrt doch arg an meinen Nerven. Und nicht nur an meinen, auch an den Nerven des Gatten. Anlässe gibt es noch und nöcher. Bei manchen wird man schnell Herr der Lage, bei anderen wird die Zeit zeigen, ob das Kind in dieser Einrichtung am besten aufgehoben ist.

Der Kindergarten an sich ist neu. Zumindest in unserem Dorf. Der Träger hat aber weitere Einrichtungen in anderen Gemeinden und das auch sehr erfolgreich. Wir haben den Zuschlag ja nicht umsonst erteilt. Das Konzept stimmte, die Leute waren symphatisch und er war nah, also gut zu Fuß zu erreichen. Dass der Spaß auch um einiges teurer ist, als der gemeine städtische Kindergarten, war uns bewusst. Tjanun. Für das viele Geld, was wir jeden Monat blechen erwarte ich dann aber auch so einiges. Keine Wunder, dafür bin ich zu sehr realistisch veranlagt, aber doch so einiges.

Beim ersten Elternabend setzte ich mich also gekonnt in die letzte Reihe und machte mich unsichtbar. Ich kannte niemanden, denn die anderen Eltern sah immer nur der Gatte, der den Kurzen ja immer in den Kindergarten brachte und auch abholte. Da der Elternabend aber relativ kurz anberaumt wurde, hatten wir keine Chance, einen Babysitter zu bekommen, sodass ich die Teilnahme eben gewonnen hatte. Derartige Menschenansammlungen aber machen mir Angst, da ich schon zu Hauf darüber im Internet gelesen und auch im Bekanntenkreis einiges gehört hatte. Da es auch wider meiner Natur ist, offen auf andere zuzugehen, war die Mission: ruhig verhalten, zuhören und dann nach Hause gehen, ohne in den Elternbeirat gewählt zu werden.

Der grobe Ablaufplan gab vor, dass der Elternabend von halb 7 bis 20 Uhr gehen sollte. Einführung, Vorstellungsrunde bis 19 Uhr, danach Wahl des Elternbeirats und Gespräche in den jeweiligen Gruppen der Kinder. Ende 20 Uhr. 19:30 Uhr diskutierten wir immer noch über Zucker, eine gefährliche Rutsche und Geburtstage der Kinder ohne Kuchen! Ich folgte den Diskussionen, die eine Hand voll Eltern angetreten haben, mit Interesse und war regelrecht fassungslos. Irgendwann dann schaltete mein Gehirn auf Durchzug und mein Jieper verlangte nach Schnaps. Was ich an diesem Abend hörte, war genau der Grund, warum ich andere Eltern eher weniger mag und meist einen großen Bogen um sie mache. Klar, wir diskutieren über unsere Kinder, über deren Gesundheit und über deren Sicherheit, aber einige Eltern scheinen dabei komplett zu vergessen, dass es hier um Kinder geht. Um kleine Menschen, die ihre Kindheit genießen sollen, man hat schließlich nur Eine! Es geht um Kinder, die sich entfalten sollen wollen, spielerisch lernen sollen wollen, spielen sollen wollen, Kinder, die ohne ihre vertrauten Bezugspersonen zurecht kommen sollen müssen, weil ihre Eltern arbeiten. Ich ertappe mich also immer wieder dabei, wie ich den Kopf schüttele. Es fängt an in mir zu brodeln. Auch wenn ich mich immer dezent im Hintergrund halte, wenn es genug ist, dann ist es genug. Und hätte die patente Kindergartenleitung nicht endlich resolut die Reißleine gezogen, wäre ich wohl aufgestanden und hätte meinem Unmut lautstark Luft gemacht.

Als Vergleich kann man hier Veganer nehmen. Es gibt die, die es einfach sind und dann gibt es die, die es immer wieder anderen auf die Nase binden müssen und auch missionieren wollen. Das ist eins zu eins auf Eltern übertragbar. Es gibt im Kindergarten ein Kind, welches keine Marmelade zum Frühstück essen darf und auch sonst keine Süßigkeiten, weil die Mutter es nicht möchte. Das hat die Mutter der Leitung aber auch so kommuniziert und die Erzieherinnen halten sich daran, lassen die anderen Kinder aber damit in Ruhe. Dann gibt es aber besagte Handvoll Eltern, die finden, dass Zucker das Urböse ist und dass es einfach zuviel ist, wenn 3 Kinder in einer Woche Geburtstag haben und jeder einen Kuchen mitbringt. Man könne doch Gemüseschnitze mitbringen oder Obst. Und generell, könne man den Geburtstagskuchen nicht gleich ganz abschaffen? Und das Essen ist ja generell eher ungesund hier im Kindergarten. Der Lieferant müsse ausgetauscht werden. Es geht doch nicht, dass die Kinder auch mal Pommes essen. Und wieso darf die Rutsche benutzt werden? Die ist so steil und wenn die Kinder fallen, können sie sich weh tun. Das geht so nicht! Sperre man die Rutsche doch bitte ab!

Prekär wurde es, als ich realisiert habe, dass genau diese Eltern vorhaben, sich in den Elternbeirat wählen zu lassen, um genau ihre Forderungen mal mit dem Träger zu diskutieren. Ich war wirklich soooooo kurz davor, mich als Gegenstimme mit aufstellen zu lassen. Aber dann fehlte mir der Mut. Das einzige, was bleibt, ist die Hoffnung, dass der Träger hinter seinen Entscheidungen steht und bei uns im Dorf die Kirche drin lässt und sein Konzept durchzieht, wie in den anderen Einrichtungen. Falls nicht, werden wir uns wohl einen anderen Kindergarten suchen müssen, denn diese Farce einiger Eltern möchte ich nicht unterstützen. Sollen sie daheim machen, was sie wollen, aber den Rest in Ruhe lassen.

ZEFIX!

Ich werde weiter berichten.

 

 

 

[Wir unterwegs] Jahresurlaub Ägypten 2018

Bis wir diesen wohlverdienten Jahresurlaub endlich antreten konnten, war es ein langer Weg. Was hatte ich mir die Finger wund gesucht in diesen endlosen Weiten des Internets. Reiseanbieter um Reiseanbieter habe ich durchforstet, Wetter- und Klimadiagramme studiert, HolidayCheck-Bewertungen inhaliert und und und. Am unkompliziertesten war es da noch, sich mit dem Manne einig zu werden, wohin die Reise gehen soll.

Klar war, dass wir im Sommer verreisen. Mit Kind, ohne Hund, der sollte bei der Schwiegermutter bleiben. Wir lechzten nach Sonne, Sommer, heißen Temperaturen, baden und Palmen. Es sollte aber nicht zu weit weg sein, da eine Fernreise mit einem Dreijährigen ja nun nicht wirklich sein muss. Meine Anspruch war eigentlich nur, dass ich mich aufs Wetter verlassen kann und wirklich jeden Tag KEIN Regen in Sicht ist und wir den Urlaub in vollen Zügen unter warmer Sonne genießen können.

Es wurde Afrika – Ägypten. Trotz der politisch eher instabilen Lage haben wir uns dafür entschieden. Freunde und Bekannte waren bereits Anfang des Jahres dort und berichteten nur Gutes bzw. zeigten mir, worauf ich beim Buchen achten musste. So fiel der Startschuss zum Internet leer suchen. Hotel, Flug, oder doch Pauschal? All inclusive oder Vollpension? Hurghada oder Marsa Alam? Meine ToDo-Liste war lang und kostete mich wahrscheinlich 5 Jahre Lebenszeit. Ja nun. Nach wirklich langer Suche habe ich schlussendlich 2 Hotels gefunden, die ich bereit war, meinem Mann vorzuschlagen. Die Hälfte der Hotels fiel schon auf Grund dessen weg, dass der Kurze genauso viel kosten sollte wie ein Erwachsener. Dann sollte unser Hotel natürlich sauber sein, nicht so ein Hochhausbetonklotz, Gemütlichkeit ausstrahlen, eine nette Umgebung haben und hübsch begrünt sein (ja ich weiß, dass das in der Wüste schwer ist, aber es gibt Hotels, die können das durchaus). Daneben war mir wichtig, dass das Essen lecker ist (Gnihi, das Essen ist ja immer so schön Geschmackssache), die Animation sollte wenig bis gar nicht vorhanden sein, der Strand sollte flach abfallend sein und das Zimmer musste einen Balkon haben. Fündig geworden bin ich wie gesagt, ohne Abstriche und nach kurzer Beratung mit dem Gatten haben wir dann auch gebucht. Wie gesagt, für die ganze Suche opferte ich bestimmt 5 Jahre Lebenszeit, dafür aber: Achtung Spoiler: haben wir nichts zu meckern gehabt 😉 Wer den Namen des Hotels gerne wissen möchte: kurze Nachricht an mich. Ich möchte hier keine Werbung machen, auch wenn sie selbst bezahlt wurde 😉

So. Nachdem die Reise unter Dach und Fach war: Es war am Ende also ein Pauschal-All-Inklusive-Urlaub, bezahlt war, diverse Besorgungs- und Packlisten erstellt waren, ging es an die eigentliche Planung. Diesmal durfte nichts dem Zufall überlassen werden, schließlich hatten wir den Kurzen dabei und das bereitete mir so manches Mal Kopfzerbrechen. Und Achtung Spoiler: völlig umsonst 😀

Für die Einreise nach Ägypten braucht man ein Visum. Um das Visum zu beantragen, benötigt man einen Reisepass. Ca. 4 Wochen vor Abreise war im Besitz eines Reisepasses genau einer in unserer Familie. Der Göttergatte. Mein Pass war zwar noch gültig, aber leider mit dem falschen Nachnamen versehen. Dabei war er extra für die Flitterwochen neu ausgestellt worden. Aber leider auch nur, weil die Umbuchung auf den neuen Namen nach der Heirat Mehrkosten verursache hätte, die wir uns sparen wollten. Naja gut. Wir also Pässe beantragt, dabei boshaft gewettert über die Verantwortlichen, die es nicht mehr erlauben, dass unsere Gemeinde einen vorläufigen Pass ausstellt, sondern dir gleich den Expresspass aufschwatzt, welchen du aus Angst, nicht mitfliegen zu können, dann auch brav nimmst. Sonst verlief alles gut und ich konnte die Visa beantragen. Online. Auf einer ägyptischen Website, deren Echtheit ich bis zur letzten Sekunde irgendwie immer angezweifelt habe. Alternativ hätte man das Visum auch am Flughafen bekommen, aber nirgendwo war ausdrücklich erwähnt, dass die Visaschalter am Flughafen dauerhaft geöffnet haben. Wie gesagt, der Dreijährige – lange Schalterwartezeiten oder gar geschlossene Schalter 😉 Aber das Beantragen der Visa hat prima geklappt. Ab Antragstellung bis Ausdruck der Visa vergingen gerade mal zwei Tage. Respekt.

Nachdem alle Formalitäten also erledigt waren, kamen die Kauf- und Packlisten an die Reihe. Reiseapotheke (Durchfalltabletten, Fiebersaft, Schmerzmittel). Was ich vergaß: Nasenspray!  Aber dafür wusste ich, wie das ägyptische Durchfallmittel aussah und wie es heißt, falls wir es brauchen würden. Spoiler: brauchten wir nicht, 5 Jahre Lebenszeit, Sie erinnern sich 😉

Lange Rede kurzer Sinn: Der Tag des Abflugs rückte immer näher und ich wurde richtig nervös. Ein Freund brachte uns zum Flughafen. Der Abflug sollte 21:50 Uhr sein. Rabenelternabward die erste. 19:00 Uhr trafen wir am Flughafen ein und der Plan sah vor, dass wir nach dem Check-in zum großen gelben M gehen und noch zu Abend essen und dann eben fliegen. Joar. Nach langer Wartezeit konnten wir dann endlich einchecken. Die Boardkarte sagte: Boarding: 21:10 Uhr. Hätte man mal draufgeschaut. Haben wir aber nicht. Um 21:00 Uhr machten wir uns auf gen Sicherheitskontrolle. Mit vollgeschlagenem Bauch und langsam aufkommendem mulmigen Gefühl.

Abflug: 21:50 Uhr, um 21:38 Uhr standen wir nach der Sicherheitskontrolle noch an der Passkontrolle. Nachdem uns ein paar Reisende liebenswerter Weise vorgelassen haben, rannten wir um unseren Urlaub. Es war 21:48 Uhr. Am Gate der Hinweis, dass das Boarding auf ein anderes Gate verlegt wurde. Wieder rannten wir. Völlig verschwitzt, die Lungen brannten, aber noch rechtzeitig erreichten wir den Flieger – ohne ausgerufen zu werden. Die Aufregung des Kurzen hielt sich in Grenzen aus Gründen der Müdigkeit. Rabenelternaward die zweite. Die Gummibärchen lagen nicht im Handgepäck. Eine Mama eine Reihe vor uns gab uns aber Knabberzeug für ihre Kleine ab und so konnte der Kurze unbehelligt vom Druckausgleich nach dem Start selig einschlummern. Geweckt habe ich ihn nach der Landung. Nach Passkontrolle, Kauf einer Handykarte und kurzem Bammeln ob des Transfers machten wir aber unseren Fahrer aus, der uns sicher und wohlbehalten ins Hotel brachte.

Der Check-in wurde vom Nachtmanager abgehalten mit Begrüßungscocktail und kleiner Führung. Wir kamen uns sehr wichtig vor. Und wie auch schon der Fahrer war man zu unserem Stammhalter besonders nett. Nach einem Nachtflug allerdings waren wir mittlerweile sehr müde. Es war kurz nach 5:00 Uhr morgens. So legten wir uns alle gleich ins Bett und schliefen einen erholsamen Schlaf.

Die nächsten zwei Wochen waren Erholung pur. Nach 3 Tagen entwickelte sich ein gewisser Alltag: Frühstück, Pool, Pommes am Pool, Nachmittagsschlaf, Abendessen, Mini-Disco, Abendunterhaltung, Cocktails auf dem Balkon. Das Essen war lecker und abwechslungsreich. Der Kurze wurde während des gesamten Urlaubs immer sehr zuvorkommend behandelt, was mich schwer begeistert hat. Er lernte, Vertrauen in seine Schwimmflügel zu haben und bewegte sich nach ein paar Tagen durchs tiefe Wasser wie selbstverständlich. Nur sehr schwer bekam man ihn überhaupt aus dem Wasser wieder raus. Selbst ausruhen war nur mit angezogenen Schwimmflügeln möglich. Ausziehen wenn, dann nur unter Protest. Am Strand dagegen war Sandburgenbauen Programm. Und Seesterne bei Ebbe begutachten. Einen Ausflug auf dem U-Boot haben wir auch gemacht. Der Kleine wollte halt Fische sehen und dieser Ausflug sei ihm zugestanden. Alles andere, wie Luxor, Tal der Könige oder Ähnliches wäre einfach zu anstrengend gewesen. Vielleicht ein andermal. Wobei ein Nachmittag Shopping in der Stadt war auch noch drin. Der Kurze schloss Freundschaften und liebte seine heiß geliebte Mini-Disco. Noch heute kann er die Lieder mitsingen. Alles in allem waren wir schwer begeistert und haben uns rundum verwöhnen lassen und keine Sekunde bereut. Statt langer Worte, lasse ich lieber ein paar Bilder sprechen.

Beim Rückflug schlief der Mini dann schon auf dem Rollfeld ein, die Gummibärchen schon in der Hand. Er hatte sich so gefreut, aber so ist das eben, wenn man die Angewohnheit hat, in rollenden Fahrzeugen gerne einzuschlafen. Dafür hat er dann später den Blick von oben über den Wolken genießen können, wenngleich er ihn noch nicht wirklich verstanden hat. Die Landung war sanft und beendete unseren traumhaften ersten Urlaub zu Dritt.

Aber nach dem Urlaub ist ja bekanntlich vor dem Urlaub 😉

PS: Funfact auf dem U-Boot: Das Cappy vom Kurzen flog ob des Windes aufs Meer hinaus. Nicht weiter tragisch, kostete es insoweit nur 2 Euro und würde nächstes Jahr sowieso zu klein sein. Nach 5 Minuten hörten wir Motorengeräusche. Eine Yacht, die neben uns ankerte, ließ ein Motorboot zu Wasser und fischte das Cappy aus dem Meer. Voller Stolz brachte man es uns und bevor wir auch nur Danke sagen konnten, fuhren sie schon wieder davon. Das zeigt in etwa, was die Ägyper von Kindern halten und wie man mit ihnen umgeht. Ich war 2 Wochen lang schwer beeindruckt.

 

 

 

 

 

 

[Tagebuch eines Krümels] Kindergarten und Seuchensaison die Erste

Es begann, dass wir im Juli ein Stück weit loslassen mussten. Unser Kleiner wurde zum Kindergartenkind und die Eingewöhnung startete. Die lief beinahe reibungslos – für beider Seiten. Nach gut einer Woche dann ein kleiner Dämpfer: der Mini wurde krank. Gut. Damit hatten wir gerechnet, denn natürlich wussten wir, dass das erste Jahr Kindergarten kein Zuckerschlecken wird und wir waren uns durchaus bewusst, dass ein Killerkeim nach dem anderen seinen Weg ins heimische Wohnzimmer findet. Dass das so früh aber losging, hat uns etwas überrumpelt. Ja nun. Hilft ja nix. Schongang einlegen und Kopf hoch. Der Mini hatte eine Rotznase vom Feinsten, war aber ansonsten durchaus quietschvergnügt. Nach einer weiteren Woche dann kam das Fieber.

Mit Fieber hatte der Kurze also nun die Erlaubnis zu Hause zu bleiben und die Couch zu hüten. Mit dem Fieber kamen aber auch die Appetitlosigkeit. Dann trank er nur sehr wenig und der Fiebersaft half nur bedingt. Das Fieber kletterte auf über 40 Grad und fing an, uns Angst zu machen. Wadenwickel halfen zwar auch, das Fieber hielt sich aber hartnäckig. Genau eine Woche. Der Kinderarzt vertröstete uns immer wieder, bis wir uns einfach nicht mehr abwimmeln ließen. Ohne Termin hin, Blut abgenommen, festgestellt, dass da wohl mehr als nur eine Erkältung ist und Antibiotika bekommen. Fein. Nach insgesamt 2 Wochen krank folgte eine Dritte, in der es dem Kurzen aber täglich immer besser ging, sodass er bald wieder in den Kindergarten gehen konnte.

Nach 3 Tagen wieder im Kindergarten zeigte sich die nächste Rotznase. Nach zwei Tagen folgte wieder Fieber. Wieder über 40 Grad. Die Nerven lagen langsam blank. Dieses Mal aber erfolgte die Genesung schon innerhalb von 2 Wochen. Ein Fortschritt.

In zwei Monaten war der Kurze somit nur ein paar Wochen im Kindergarten, weil der Kindergarten ja dann auch noch Sommerferien hatte. Tjanun. Nach den Sommerferien im August war dann der Kurze genau eine Woche wieder im Kindergarten, in der er wieder eine Rotznase mit dieses Mal leichtem Fieber nach Hause brachte. Da wir in den Urlaub fliegen wollten, und auf Nummer sicher, ging er dann die letzten 2 Wochen bis zum Urlaub nicht und machte Ferien bei Papa zu Hause.

Nach einem Monat Abstinenz also ging der Kurze wieder, freute sich und schloss auch Freundschaften. Die aktuelle Rotznase ist nicht der Rede wert und es scheint sich alles jetzt einzuspielen. Der Sohnemann gehört zu denen, die Blödsinn machen. Also nicht nur machen, sondern auch anzetteln, dafür ist er ein richtig guter Esser geworden. Den ersten Elternabend haben wir auch überlebt und wurden nicht in den Elternbeirat gewählt – yeah. Hachz, es gibt noch so viel aufzuarbeiten, was ich alles zu erzählen habe, dies aber erst einmal für den Anfang.

In diesem Sinne, eine frohe Seuchensaison

🙂

[1.000 Fragen an mich selbst] Aus. Ende. Vorbei.

Hier hat es sich wohl ausgefragt. Ich könnte jetzt schreiben aus Gründen, aber das ist mir dann doch zu lasch. Aus Gründen bedeutet, dass ich schlicht keine Lust mehr habe, diese stupiden sich immer wiederholenden Fragen zu beantworten und damit Lebenszeit zu vergeuden.

Im Ernst, mit Selbstfindung haben diese Fragen meiner Meinung nach so viel zu tun, wie Kik mit Haute Couture. Anfangs noch voller Elan legte sich die Entschlossenheit für meine Verhältnisse zu rasch. Zu plump und stupide waren einfach die Fragen. Und ständig wiederholten sie sich. Das war mir einfach die Arbeit und die Zeit einfach nicht wert. Selbstfindung kann ich auch anders haben.

Das Problem? Meinem Mann hat es gefallen, er war mit Eifer dabei und genoss die Zeit, als wir am Abend unsere Antworten auswerteten. Sicherlich, diese Zeit war schön, aber für mich kein Grund, noch mehr Zeit zu verschwenden.

Ich kann heute nicht sagen, ob ich mich breitschlagen lasse, einfach der Ehre halber, etwas zu Ende zu bringen. Aber fürs erste reicht es mir.

So.